Sportgala 2017 am 1./2. Dezember

Isabel Bogdan über Freud und Leid des Übersetzens

"Ein Buch zu schreiben ist eine Kunst. Es zu übersetzen ist eine andere, ganz eigene Kunst."

Isabel Bogdan in der Bibliothek des Marien-Gymnasiums

Wie kommen die Löcher in den Käse? Wie kommt die Schokolade in den Adventskalender? - kluge und nicht immer leicht zu beantwortende Fragen, wie sie Kinder gerne stellen. Wie kommen die Bücher fremdsprachiger Autoren in die Schaufenster unserer Buchhandlungen? - Auch das ist eine berechtigte, komplizierte Frage. Isabel Bogdan, Übersetzerin, Bloggerin und Schriftstellerin aus Hamburg, nahm sich für dieses Thema anderthalb Stunden Zeit und gab am Freitag vor den Pfingstferien den Schülerinnen der Q11 aufschlussreiche und sehr lebensnahe Einblicke in die Welt des literarischen Übersetzens.

Da konnte ganz Grundsätzliches geklärt werden: Es war die Rede von Literaturagenten, die die Rechte fremdsprachiger Autoren an Verlage verkaufen, von freischaffenden Übersetzern, von Verlagslektoren, die Übersetzungen kritisch begleiten und von Autoren, die notfalls noch um Rat gefragt werden können. Im Gespräch mit den Schülerinnen wurde keine Frage ausgespart: die mühsamen Anfänge mit technischen Gebrauchstexten, die Notwendigkeit von Netzwerken bis hin zur privilegierten Stellung, sich die Texte, die man übersetzen möchte, aussuchen zu können. Gefragt wurde nach den technischen Hilfsmitteln, dem täglichen Arbeitspensum, dem Honorar und dem richtigen Einstieg in die konkrete Arbeit mit dem Text. Aus den vielen Einzelaspekten setzte sich für die Zuhörer langsam das Bild eines anspruchsvollen, fordernden, sehr vielseitigen Berufs zusammen. Trotzdem wies Isabel Bogdan auf einen ärgerlichen Umstand hin, die Diskrepanz zwischen der Bedeutung dieser Arbeit und der öffentlichen Wahrnehmung. Übersetzer machen das Lesen fremdsprachiger Literatur erst möglich, trotzdem sind sie im allgemeinen Bewusstsein kaum vorhanden. Aber ist das, was man beim Lesen genießt, am Ende nicht weitgehend die Sprache der Übersetzer und nur noch bedingt die der Autoren?

 

Isabel Bogdan mit Dr. Ulrich Klinkert in der Bibliothek des Marien-Gymnasiums

 

Dass der Schritt von der hochprofessionellen Übersetzerin zur Schriftstellerin klein und sehr verlockend ist, verwunderte nach all dem Gesagten eigentlich nicht. So war Isabel Bogdan beim diesjährigen Allgäuer Literaturfestival ja auch nicht als Übersetzerin nach Irsee eingeladen worden, sondern als Autorin ihres ersten und gleich sehr erfolgreichen Romans "Der Pfau". Gilt der Pfau, weil er gekonnt seine Federn spreizt, gemeinhin als Symbol der Eitelkeit, so hat er mit der Autorin gar nichts gemein. Isabel Bogdan gelang es mühelos, in einer sehr offenen, humorvollen und ehrlichen Art und Weise mit den Schülerinnen ins Gespräch zu kommen und sie in aufmerksame Zuhörer zu verwandeln. Bleibt zu hoffen, dass die fruchtbare Kooperation zwischen der Irseer Schwabenakademie, der Stadtsparkasse Kaufbeuren und unserer Schule noch viele ähnlich spannende Begegnungen möglich macht.


Dr. Ulrich Klinkert

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